+49 (0) 160 97 79 29 29 mail@erikmalchow.de

Deutsche und Polen haben immer noch viele Berührungsschwierigkeiten. Obwohl sich die Beziehungen seit dreißig Jahren konstant verbessern, hat Polen als einziges Nachbarland eine negative Beliebtheitsstatistik. Die Ursachen sind mitunter interkultureller Natur man kann aber maßgeblich daran arbeiten, dass Geschäftsbeziehungen mit polnischen Partnern erfolgreich gestaltet werden. Kommt ein Deutscher nach Polen, fühlt er sich wie ein Fisch im Wasser. So wie sich der Fisch der Nässe des Wassers wohl nicht bewusst ist, bis er ins Trockene gelangt, ist es mit dem Deutschen und seinen Vorurteilen ähnlich. Sieht er die ganze Welt nur durch seine eigene kulturelle Brille, tritt er automatisch irgendwann in ein Fettnäpfchen. So kann es schnell dazu kommen, dass man ungewollt Menschen beleidigt oder sich selbst lächerlich macht.

Tipps im Umgang mit Polen:

Polen sind in der Regel sehr stolz auf ihre Geschichte. Das Land existiert als Nation schon über tausend Jahre, wobei es drei Mal kurz von der Landkarte, das letzte Mal 1792, verschwand. Man legt Wert auf Tradition und Religion – den Katholizismus.

Zu den berühmtesten Polen zählen Marie Curie, Nikolaus Kopernikus und der Dichter Adam Mickiewicz. Typische Fettnäpfchen Beim ersten Kontakt machen viele deutsche Geschäftspartner den Fehler, ihrem polnischen Gegenüber mit dem Nachnamen (Pan Kowalski – Herr Kowalski) anzusprechen. Das ist nicht üblich und wird als steif und unfein angesehen. Dennoch begrüßt man sich auch nicht direkt per DU. In Polen gibt es eine sympathische Zwischenform. Man benutzt den Vornamen mit der Vorsilbe Pan bei Herren und Pani bei Damen (Pan Pawel).

Auch in Polen ist der Händedruck als Begrüßung mittlerweile sehr verbreitet. Trifft man sich zu einem informellen Gespräch am Abend, sollte man die Gastgeberin jedoch nicht mit einem Handschlag, sondern mit einem dreifachen Kuss begrüßen. Links-rechts-links.

Polen sind ein sehr geselliges und freundliches Volk und achten sehr auf Höflichkeit im Alltag. Man bietet als Mann Frauen oder älteren Personen seinen Sitzplatz an, hält ihnen die Tür auf und verwickelt sich auch gern zufällig mal auf der Straße in ein Gespräch. Diese Offenheit und Nähe wirkt für viele Deutsche befremdend, ist aber nur gut gemeint. Nach einem netten Gespräch bedankt man sich dafür.

In Sachen Umgang können wir also noch viel von unserem Nachbarn lernen. Dass man bei Verhandlungen zu späten Stunden auch gern viel trinkt, ist ein Vorurteil, das sich sehr gut hält und oft genug auch bestätigt wird. Für Polen sind nicht nur Umsatzzahlen, sondern auch ein Vertrauen gegenüber dem Geschäftspartner wichtig. So wird bei Verhandlungen viel Zeit für das genutzt, was heute im deutschen Raum als Socialising bezeichnet wird. In diesem Sinne: Na zdrowie!